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10.06.2021, 15:35 Uhr | Bidzeitung 08.06.2021
Friedrich Merz zur Wahl
 
 GASTBEITRAG VON FRIEDRICH MERZ

Das muss Laschet jetzt tun

 

Friedrich Merz hat fünf Lehren aus Reiner Haseloffs Wahlsieg in Sachsen-Anhalt für die CDU im Bundestagswahlkampf gezogen
Friedrich Merz hat fünf Lehren aus Reiner Haseloffs Wahlsieg in Sachsen-Anhalt für die CDU im Bundestagswahlkampf gezogenFoto: dpa

Die CDU kann noch Wahlen gewinnen! Das war die gute Botschaft vom Wochenende. Reiner Haseloff hat gezeigt, wie es geht. Aus meiner Sicht ergeben sich für die CDU daraus fünf Konsequenzen für die Bundestagswahl:

 

Erstens: Glaubwürdigkeit zählt

 

 
 

Person und Thema müssen zusammenpassen. Die Wählerinnen und Wähler haben dafür ein sehr gutes Gespür.

Deshalb braucht die CDU auch keine Angst zu haben vor den Grünen. Im Gegenteil! Die Grünen vertreten heute ganz überwiegend ein wohlhabendes Großstadtmilieu. Grün muss man sich leisten können. Die Union dagegen ist in der Breite der ganzen Bevölkerung aufgestellt.

Reiner Haseloff und seine Ehefrau Gabriele am vergangenen Samstag. Haseloffs Glücksbringer hatte Wirkung gezeigt: Die CDU wurde in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft
Reiner Haseloff und seine Ehefrau Gabriele am vergangenen Samstag. Haseloffs Glücksbringer hatte Wirkung gezeigt: Die CDU wurde in Sachsen-Anhalt stärkste KraftFoto: Frank May/dpa

 

Zweitens: Die Themen werden von den Menschen gesetzt, nicht von den Medien

 

Reiner Haseloff hat auch deshalb ein so großes Vertrauen aufbauen können, weil er genau hingehört hat, was die Menschen wirklich bewegt und nicht was die Insider des Politikbetriebs für wichtig halten.

Gender-Sprech und Identitätspolitik mögen in bestimmten Kreisen schick sein, die Bevölkerung hat ganz andere Sorgen.

 

Drittens: Politik lebt vom Widerspruch und vom öffentlichen Streit

 

Anständig ausgetragen, nicht verletzend gegen Personen, aber trotzdem klar in der Sache. In der Demokratie bekommt niemand 100 Prozent. Beliebtheitswerte sind das eine, Respekt verschafft man sich aber nur mit einer klaren Meinung, die die Wählerinnen und Wähler verstehen, und die man teilen kann – oder eben auch nicht.

 

Viertens: Es gibt Grenzen des demokratischen Spektrums, nach links wie nach rechts

 

Für die CDU war es wichtig, eine Brandmauer zu ziehen, vor allem nach rechts außen. Mit diesen Leuten haben wir nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Wir haben ein anderes Menschenbild, wir führen eine andere Sprache und wir empfinden eine andere Verantwortung vor unserer Geschichte. Und gerade deshalb haben auch Konservative nur bei uns eine politische Heimat, nirgendwo anders.

 

Fünftens: Gewählt wird nicht aus Dankbarkeit für die Vergangenheit, sondern im Vertrauen auf eine gute Zukunft

 

Deshalb sind Wahlprogramme in doppelter Hinsicht wichtig: Zur Selbstvergewisserung einer Partei, aber auch zur Beschreibung einer Perspektive: Wie wollen wir leben in den nächsten Jahren, vor allem: Was darf insbesondere die junge Generation von uns erwarten? Darauf werden wir als Union Antworten geben.